Diese Hinweise sollten Sie lesen, wenn Sie bei mir eine Prüfung ablegen. Es ist nicht notwendig, dass Sie in meine Sprechstunde kommen, wenn Sie sich aber unsicher fühlen, dann schreiben Sie mir eine E-Mail und lassen Sie sich einen Termin geben.

Allgemeine Hinweise

Ich versuche stets, Prüfungen so zu gestalten, dass sie für alle angenehm verlaufen, und die Prüflinge zeigen können, dass sie etwas können. Es geht mir nie darum, jemanden "hereinzureiten", wenn Sie also das Gefühl haben, dass Sie eigentlich viel besser sind, aber das ich die falschen Fragen stelle, dann sagen Sie mir das bitte rechtzeitig (während der Prüfung!). Dennoch — ohne Ihre Hilfe kann ich das nicht, Sie müssen sich gut vorbereiten.

Ich prüfe Sie über die Veranstaltungen, die sie angegeben haben. Wenn Sie mir mitteilen, bei wem Sie die entsprechenden Veranstaltungen gehört haben, dann benutze ich die Unterlagen der Kollegen. Es wäre hilfreich, wenn Sie mir diese Informationen per Mail schicken, dann ist garantiert, dass ich sie zur Prüfung auch finde.

Mir kommt es nicht darauf an, dass Sie alle Beispiele etc. die in der Veranstaltung genannt wurden reproduzieren können, sondern dass Sie die allgemeinen Prinzipien verstanden haben. Wenn Sie natürlich etwas behaupten (z.B. "Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Bruchrechnung einzuführen" oder "Funktionale Zusammenhänge treten im wirklichen Leben immer wieder auf") dann erwarte ich, dass Sie dies durch Beispiele illustrieren können.

Grundsätzlich erwarte ich bei Prüfungen an der PH, dass Sie alle in der Haupt/Realschule unterrichteten (Bildungsplan!) Inhalte und Kompetenzen selbst beherrschen. Einfachstes Beispiel: Sie sollten Prozentrechnung beherrschen.

Wenn Sie bei mir in der Prüfung einmal nicht wissen, worauf ich hinauswill, dann ist das nicht schlimm. Sie dürfen auch Rückfragen stellen — ich prüfe nicht, ob Sie Gedanken lesen können (obwohl das in der Schule hilfreich ist), sondern ob man mit Ihnen ein vernünftiges Gespräch über Mathematik und Mathematikdidaktik führen kann. Eine vernünftige Frage ihrerseits ist also kein Manko, sondern kann sogar durchaus positiv wirken!

Prüfungsverlauf

Meistens versuche ich, ihnen bei Prüfungen einen guten Start zu geben, indem ich Sie ein Anfangsthema frei wählen lasse. Seien Sie darauf vorbereitet! Die Antwort "ach, ist mir egal, fragen sie halt irgendetwas" sollten Sie sich für den Fall aufheben, dass Sie wirklich alles beherrschen: Es gibt nur wenige Erklärungen für diese Antwort, eine ist "Ich kann alles", die andere "Ich kann nichts", und die dritte "Es ist mir sowieso egal".

Ausgehend von diesem ersten Thema bieten sich meistens andere, darauf aufbauende Fragen, Verknüpfungen zu anderen Themen etc. an. Ich möchte wissen, ob Sie ein Thema nicht nur auswendig gelernt haben, sondern verstanden haben und in den Rest des Faches einordnen können. Fragen wie "warum kommt dieses Thema überhaupt in der Vorlesung vor?" oder "weiß man darüber jetzt alles, oder gibt es noch offene Fragen?" sollten Sie sich schon bei der Prüfungsvorbereitung stellen, und nicht erst von mir gestellt bekommen.

Natürlich lässt sich ein Prüfungsgebiet nicht erschöpfend in einer Prüfung behandeln (eine halbe Stunde kann sehr kurz sein!). Das heißt keinesfalls, dass Sie "auf Lücke" lernen können. Im Gegenteil, wenn ich merke, dass Sie Teile überhaupt nicht verstanden haben, dann wirft dies ein sehr schlechtes Licht auf die Gesamtprüfung.

Note

Nach der Prüfung bespreche ich mich mit den Beisitzern oder weiteren Prüfern über Ihre Note. Es gibt keine objektive Bewertung, aber dennoch gebe ich mir Mühe, Ihnen eine Note zu geben, die Ihren Wissensstand angemessen beschreibt und im Vergleich zu anderen Prüflingen korrekt einordnet. Es ist schwierig, eine 1,0 zu bekommen, aber es ist möglich. Wenn Sie sich vernünftig vorbereitet haben, dann werden Sie gewiss nicht durchfallen. Bitte diskutieren Sie nicht mit mir, ob sie durchfallen können, falls Ihnen die Note nicht gefällt (die Antwort lautet "Nein" — dies geht grundsätzlich nicht).

In die Bewertung fließt nicht nur ein, ob ihre Antworten richtig oder falsch waren. Ich bewerte auch, wie gut ihre Darstellung war, ob sie davon gekündet hat, dass Sie einen Überblick haben, ob Sie "herumschwafeln" oder zum Punkt kommen, etc. Es nützt Ihnen also gar nichts, wenn Sie versuchen, Zeit durch übertriebene oder wiederholte Erklärungen zu schinden, wenn ich gar nicht zu den wirklichen Fragen komme, dann ist das ein schlechtes Zeichen (d.h., für eine gute Note muss ich auch gute Fragen stellen können, und nicht die ganze Zeit um den Trivialkram herumschleichen).

Vorbereitung

Siehe oben: bereiten Sie sich auf den gesamten abgesprochenen Stoff vor! Stellen Sie sich selbst Fragen dazu, die auch über das hinausgehen, was im Buch steht ("wozu das ganze?", "was macht man damit denn?", "wohin führt das?"). Besorgen Sie sich die Prüfungsprotokolle vergangener Prüfungen bei der Fachschaft und lernen Sie alles, was darin steht. Das reicht zwar nicht, ist aber ein guter Anfang.

Lernen Sie Definitionen und Sätze so, dass Sie sie bei Bedarf auch genau formulieren und aufschreiben können. Seien Sie sich bei jedem Zeichen, welches Sie in einer Formel schreiben, klar darüber, warum es dort steht und was es bedeutet. Überlegen Sie sich zu den Sätzen/Definitionen umgangssprachliche Formulierungen, die ihnen den Zweck verdeutlichen. Normalerweise genügt es mir oft, wenn Sie Sachverhalte gut erklären können, aber es ist dennoch unumgänglich, dass Sie die genauen Formulierungen parat haben.

Suchen Sie sich jemanden, der ebenfalls diese Prüfung macht, und lernen Sie gemeinsam — stellen Sie sich gegenseitig Fragen!

Viel Erfolg!

Powered by MediaWiki